Workshops "100 Stunden ohne Konsum"



1) Müllfreies Badezimmer (mit Melanie Gaggl)

Zero Waste bedeutet keinen Müll zu produzieren! Klingt unmöglich? Nur wer große Ziele hat kann etwas großes bewegen. Auf dem Weg ins müllfreie Leben begegnen uns viele Herausforderungen, jedoch können unsere Bedürfnisse im Badezimmer mit einfachen Mitteln und Rezepten gedeckt werden.

Olivenseife, Natron und Essig sind Wundermittel im Haushalt. Wir verwenden sie nicht nur als Pflegemittel, sondern auch zum Reinigen. Im Workshop lernen wir von Alternativen zu unseren herkömmlichen Putz- und Pflegeprodukten und können nebenbei auch noch Verpackungsmüll vermeiden.

 

2) Pflanzliches Kochen mit Jutta und Robert (Jutta und Robert Kravanja)

Immer wieder liest man in der Zeitung und in den sozialen Medien vom "ökologischen Fußabdruck" in Zusammenhang mit unserer Ernährung. Eines wird dabei immer deutlicher: unser hoher Fleischkonsum frisst - aufgrund der Rodung von Urwäldern für die Produktion von Tiernahrung, dem hohen Energie- und Wasserverbrauch sowie die immens hohe Emission von Treibhausgasen durch Tierhaltung und Transport - nicht nur den Planeten, sondern auch die Zukunft nachkommender Generationen. Eine sehr naheliegende, einfache und friedliche Lösung für diese Herausforderung bietet eine pflanzliche Ernährung.

Im Zuge des Experiments "100 Stunden ohne Konsum" wollen wir täglich aus regionalen und biologischen Lebensmitteln, pflanzliche Köstlichkeiten zubereiten, regionale Rezepte mit Liebe und Charme verfeinern und auch mit neuen Kreationen aus aller Welt experimentieren. Eines wird uns dabei klar werden: den eigenen Fußabdruck zu verringern kann nicht nur schmecken, sondern auch Spaß am Entdecken bereiten!

 

3) Saatgut gewinnen (mit Cornelia Artunjak)

Saatgut von Kulturpflanzen, das über Jahrhunderte und gar Jahrtausende von Menschen entwickelt und erhalten wurde, bildet die Grundlage unser aller Ernährung. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Saatgut jedoch immer mehr von der Agrarindustrie und Gentechnik zu Gunsten des Profits verändert und vermarktet, weshalb die Sortenvielfalt drastisch zurück gegangen ist.

Um sich selbst versorgen und unabhängig vom profitorientierten Lebensmittel-Markt leben zu können, ist der Erhalt von sortenreinem und regionaltypischem Saatgut besonders wichtig. In diesem Workshop lernen wir anhand von praktischen Beispielen, worauf es bei der Saatgut-Gewinnung und bei der Lagerung von Samen ankommt.

 

4) Brot backen (mit Cornelia Artunjak)

Wisst ihr noch wie echtes Brot schmeckt? Ohne die üblichen Zusatzstoffe wie Ascorbinsäure, Emulgatoren, Konservierungsstoffe und Enzyme? Brot aus dem Supermarkt, Backshops und auch so manchen Bäckereien enthält heutzutage neben Mehl meist noch viele andere Zugaben, um die maschinelle Verarbeitung zu erleichtern oder damit das Brot in der Auslage einen „guten Eindruck“ macht.

Wir backen im Zuge des Workshops köstliches Brot aus regionalen und naturbelassenen Zutaten. Außerdem erkunden wir die Welt des Brot-backens und worauf es beim Zubereiten des Teiges ankommt. Nebenbei können wir voneinander lernen und unsere Erfahrungen austauschen.

 

5) Spinnrad (mit Eva Schmid)

"100% Baumwolle" - Wer achtet nicht auf diesen Hinweis, wo doch die wenigsten von uns in Kunststoffkleidung schwitzen wollen? Was aber bedeutet "100% Baumwolle"? Speziell hier in Europa, wo ja gar keine Baumwolle wächst??

Es bedeutet größtenteils vergiftete Monokulturen, zerstörte Lebensmittel-Selbstversorgung und Hungerlöhne für ProduzentInnen im globalen Süden. Hinzu kommen Unmengen an Transporte über tausende Kilometer mit schwersten Geräten und immensem Erdölverbrauch.

 

Denken wir gemeinsam darüber nach, während wir mit dem Spinnrad und der Handspindel ein kleines Stück Leinen- oder Wollfaden spinnen.

 

6) Einkochen (mit Elke Oberhauser)

Unsere Region befindet sich in einer Klimazone, welche vom Wechsel der Jahreszeiten gekennzeichnet ist. So erhellend der Frühling und ertragreich der Sommer sein kann, spätestens wenn sich der farbenfrohe Herbst ankündigt und sich die Gartensaison langsam dem Ende neigt, müssen wir uns für den Winter vorbereiten. Das Haltbarmachen und Einkochen von frischem Obst und Gemüse ist daher essentiell und bereits seit Jahrhunderten in unserer Kultur verankert. In diesem Workshop erfahren wir, wie wir mit altbewährten Techniken und ohne viel Aufwand einen Vorrat für gutes Essen anlegen können, den man das ganze Jahr über genießen kann.

 

7) Bodenregenerierung durch Humusaufbau (mit Dr. Mario Molina-Kescher)

Die Regenerierung der Böden durch Humusaufbau - unter anderem durch die Kompostierung - ist entscheidend, um dem Klimawandel entgegen zu wirken. Durch den Aufbau von Humus werden große Mengen an COvon der Atmosphäre entnommen und im Boden gespeichert. Gesunde Böden, die mit Humus angereichert sind, bringen außerdem eine qualitativ und quantitativ höhere Lebensmittelproduktion mit sich.

 

Durch die Wurmkompostierung können die eigenen organischen Reste und alltägliche Küchenabfälle - sogar im urbanen Raum - einfach und geruchlos in wertvollen Humus verwandelt werden. Das Ergebnis ist ein hervorragender Dünger, der für alle Gemüse- und Zierpflanzen geeignet ist.

 

8) Upcycling (mit Melanie Gaggl)

Es ist schon lange bekannt, dass die Textilindustrie in sozialen und ökologischen Fragen ein rotes Tuch ist. Wir alle können dazu beitragen weniger Textilien zu konsumieren, indem wir vorhandene Nutzen und sie, mit ein klein wenig Kreativität und persönlichem Flair, in neue Lieblingsstücke verwandeln.

Das T-Shirt ist zu klein oder hat ein kleines Loch? Kein Grund es gleich in den Müll zu werfen! Wir fertigen daraus gemeinsam eine Tasche für alle Fälle.

 

9) Schenk-Kultur und Schenk-Plattformen (mit Sarah Stern)

Die Schenkkultur wird schon vielerorts praktiziert. Kost-Nix-Läden, Schenkboxen, Offene Bücherregale und einiges mehr gibt es auch schon in Kärnten. An diesen Orten wird die Tauschlogik bereits überwunden. S

tatt ständig neuer Produktion von kurzlebigen Gütern geht es hier um etwas anderes. Bedürfnisse und deren Erfüllung, Überfluss und dessen Verwendung und Verwertung stehen im Mittelpunkt und natürlich ein gutes Miteinander. Eigentlich gar nicht so neu, oder?"

 

10) Salbenherstellung (mit Ilse Schindler)

Die Natur bietet für beinahe jedes Wehwehchen ein Mittel. Kräuter, Früchte, Beeren, Wurzeln enthalten unheimlich viele Wirkstoffe, die wir uns in verschiedensten Formen zunutze machen können. Eine sehr gängige Form Pflanzen zu verarbeiten ist die Herstellung eines Mazerats, welches dann zu einer Salbe weiter verarbeitet werden kann. In diesem Workshop lernen wir gemeinsam einige herkömmliche gesundheitswirksame Pflanzen kennen und bereiten Salben, die siet jeher als Hausmittel bekannt sind und die wir im Alltag gebrauchen können, zu.

 

11) Die Rosskastanie, unser heimischer Waschbaum (mit Ilse Schindler)

Alle herkömmlichen Waschmittel enthalten viele Zusätze, die unserer Natur schaden, weil vieles davon nicht einmal in den Kläranlagen herausgefiltert werden kann. Unserer Umwelt zuliebe sollten wir auf das zurückgreifen, was uns die Natur im Überfluss bietet – Pflanzen mit sogenannten waschaktiven Substanzen, im Fachjargon Saponine genannt. Aus den Früchten der Rosskastanie, Efeublättern oder auch aus Seifenkraut können wir Waschlauge herstellen, die hautfreundlich, umweltschonend und geldfrei ist.

In diesem Workshop lernen wir die Vorteile der heimischen Waschnuss kennen, verarbeiten sie zu Wasch- und Reinigungspulver und erfahren darüber hinaus von ihrer gesundheitsfördernden Wirkung auf Körper und Haut.

 

12) Körperpflegeprodukte aus Rosskastanien und diversen Kräutern (mit Ilse Schindler)

Immer mehr umweltbewusste Menschen fragen nach natürlichen, Ressourcen-schonenden und einfach herzustellenden Produkten zur Köperpflege mit positivem ökologischem Fußabdruck. Das heißt, nach Produkten, deren Zutaten aus der unmittelbaren Umgebung stammen. Was liegt daher näher als für einige Produkte unseren heimischen Waschbaum, die Rosskastanie bzw. ihre Früchte zu verwenden.

 

13) Freie Software (mit René Kopeinig)

In diesem Workshop geht es darum Freie Software - also Programme die frei von Einschränkungen genutzt werden können - kennenzulernen, sie zu nutzen und die Unterschiede zu herkömmlicher Software zu verstehen. In diesem Workshop werden verschiedene Systeme gezeigt. Außerdem lernen wir wie man sie installiert und wie man sie seinen Bedürfnissen entsprechend auch anpassen kann. Wenn die digitale Freiheit ein wichtiges Thema für dich ist, bist du bei diesem Workshop genau richtig!

 

14) Obst pressen (mit Julian Greiler)

Die Tage werden kürzer und die ersten Blätter färben sich goldgelb oder fallen zu Boden. Der Herbst ist da und somit beginnt auch die Obsternte - von Äpfeln und Pflaumen über Birnen bis zu den Trauben. Eine Möglichkeit das Obst zu verarbeiten und haltbar zu machen, ist das Auspressen des Fruchtsafts, der als Basis für das Ansetzen von Most und Essig verwendet werden kann. In diesem Workshop lernen wir, wie man mit einfachen Methoden und Geräten das Obst pressen kann, um über das Jahr den vollen kulinarischen Fruchtgenuss erleben zu können.

 

15) Essig ansetzen (mit Desiree Schellander)

Apfelessig gilt als altes Hausmittel zur Vorbeugung und Behandlung verschiedenster Beschwerden. So kennen wir vielleicht noch die Essigpatscherl bei Fieber, das Essigwasser für ein gesundes Immunsystem oder die antibakterielle Wirkung beim Putzen.

Auf der Grundlage von gutem Apfelessig können viele verschiedene Kräuteressige erzeugt werden. So verbinden wir die Kraft des Apfels mit den Kräutern zum Würzen, Genießen und fürs Wohlbefinden. Wir stellen uns selbst Kräuteressige her und erfahren mehr über ihre volksheilkundliche Wirkung.

 

16) Einen Baum pflanzen (mit Julian Greiler)

 

"100 Stunden ohne Konsum" auf der Klagenfurter Herbstmesse.... und was bleibt? Gemeinsam wollen wir zum Abschluss des Experiments am Messegelände einen Obstbaum pflanzen, wobei wir lernen, worauf man beim Setzen von mehrjährigen Hölzern besonders Acht geben sollte.Der gepflanzte Baum soll anschließend auf "mundraub.org", die größte deutschsprachige Plattform für die Entdeckung und freie Nutzung essbarer Landschaften, eingetragen werden. So können auch zukünftige Generationen am Messegelände konsumfrei von den Früchten des fünftägigen Experiments naschen.