Experiment "100 Stunden ohne Konsum" auf der Herbstmesse


GO GREEN: Die Zukunft beginnt jetzt!

 

Sascha Jabali und Vanessa Rainer stellen sich auf der Klagenfurter Herbstmesse einem besonderen Experiment: Inmitten einer Konsumveranstaltung, wird in der "GoGreen"-Nachhaltigkeitshalle vorgelebt, dass es auch anders geht. Ein Leben frei von Konsum und Tauschlogik ist die Vision der beiden, und in den fünf Tagen der Herbstmesse, wird versucht werden dieser Utopie näher zu kommen. Die beiden sind auf dem Weg ihre Vision schrittweise zur Realität zu machen und wollen die Gelegenheit nutzen, um Menschen dazu einzuladen dies gemeinsam zu tun.

 


Verantwortung für die Erde: Der Beginn einer Reise

 

Sascha und Vanessa sind sich bewusst dass die meisten Menschen einen einen Lebensstil führen, der nicht nur unsere Lebensgrundlagen zerstört, sondern auch unzählige Menschen tagtäglich ausbeutet. Die beiden wollen nicht mehr tatenlos zusehen und schon gar nicht Teil dieses Systems sein. Im Jahr 2015 wurde daher die Bewegung "Verantwortung Erde" ins Leben gerufen.

 

 

Die Wirtschaft, das Wachstum und der Konsum

 

Sascha und Vanessa sagen hierzu: "Unser gesellschaftlicher Zeitgeist ist gefangen in einer Logik, die auf endlosem Wachstum basiert. Wir folgen dem Zwang über alle Grenzen hinaus zu wachsen, ganz außer Acht lassend, dass unsere Ressourcen begrenzt sind. Wir versiegeln unbegreiflich viel Boden und fruchtbares Land für Arbeitsplätze und die Produktion von Waren und Gütern, die nicht unseren Bedürfnissen entsprechen. Wir vergiften unsere Böden und vernichten die Artenvielfalt für die industrielle Produktion von Nahrungsmitteln, für Profit. Wir behandeln Tiere als wären sie eine Ware und karren sie von einem Land ins andere, um sie dort billiger zu schlachten und ihre Kadaver in Plastik verpackt zurück zu karren. Wir bauen immer mehr Einkaufszentren an den Stadträndern um das Konsumieren möglichst bequem und widerstandslos zu gestalten, während wir Orts- und Stadtkerne aussterben lassen. Ganz nebenbei gleiten wir immer weiter in die Abhängigkeit großer Industrien und Märkte und verneigen uns diesen ungreifbaren Kräften in stiller Hörigkeit. All das legitimieren wir tagtäglich mit einer einzigen Handlung: dem direkten Tausch eines Scheins mit einer Ware. Kurz: unserem Konsum."

 

 

Eine Lebensentscheidung

 

Mit all diesen Erkenntnissen, ging die Entscheidung einher ein anderes Leben zu führen. Ein Leben, das frei ist von Ausbeutung und Zerstörung - ein Leben, befreit von Konsum. Doch das lässt sich nicht von einem Tag auf den anderen umsetzen. Wir begannen erstmals damit selbst - ganz ohne Vorkenntnisse und entsprechender Ausbildung - unsere eigenen Lebensmittel anzubauen und uns mit natürlichen Heil- und alten Hausmitteln auseinander zu setzen. Darüber hinaus wurden Netzwerke aufgebaut, die es uns ermöglichen Vorhandenes sinnvoll zu nutzen. Dies bedeutet einerseits, dass wir Beziehungen aufbauen mit deren Hilfe wir Dinge reparieren und wiederverwenden können. Allem voran aber können wir in der Gemeinschaft Ressourcen miteinander teilen - sie dort einsetzen, wo sie wirklich gebraucht werden, anstatt sie in irgendeinem Keller verstauben zu lassen. Wir verwenden Dinge und Gegenstände, die andere längst wegwerfen würden und leben somit auch vom "Abfall" unserer Gesellschaft. Auf vieles verzichten wir, weil es keinen Spaß mehr macht es zu konsumieren, und viele Produkte ersetzen wir durch selbst hergestellte, die viel weniger Ressourcen und Energieaufwand benötigen. Tagtäglich lernen wir dazu und sind bereit Neues zu erproben - wir sind in einem kontinuierlichen Prozess und auch darauf angewiesen, uns jeden Tag neu zu erfinden. Wir kommen unserer Vision täglich einen Schritt näher - einem Leben frei von Geld und Konsum.

 

 

Von der Notwendigkeit und ungewöhnlichen Gelegenheiten

 

Wieso wir uns nun in die "Höhle des Löwen" begeben und uns inmitten der Klagenfurter Herbstmesse dem Experiment "100 Stunden ohne Konsum" stellen? Die Antwort ist einfach - weil es schlichtweg notwendig ist! Es ist höchste Zeit, dass wir uns von unseren alten Denkmustern befreien und unser aller Leben grundlegend ändern – dazu möchten wir einladen -  zugunsten zukünftiger Generationen und des Planeten. Wir wollen die Gelegenheit des Experiments nutzen, um einerseits von anderen Menschen und ihren Fähigkeiten zu lernen und andererseits unsere eigenen Erfahrungen zu teilen. Wir wollen uns mit Menschen aus ganz Kärnten und vielen anderen Orten austauschen und vernetzen. Vor allem aber ist es uns ein Bedürfnis der Welt zu zeigen, wie erfüllend es sein kann, sich über seine eigenen Bedürfnisse klar zu werden und selbst und mit vielen Mitmenschen dafür aufzukommen.

 

 

Wir tragen die Hoffnung in uns, dass wir es schaffen die Notbremse zu ziehen und unser Zusammenleben auf diesem Planten friedlich, solidarisch und im Einklang mit der Erde, und all dem Leben auf ihr, gestalten können. Wir alle haben die Möglichkeit Verantwortung für die Erde zu übernehmen und die Welt zu gestalten, wie wir sie uns wünschen. Wir sind nur eine Entscheidung davon entfernt. Eine andere Welt ist pflanzbar!